Unser Kampf gegen Klinik und Ärzte

(Die im Text stehenden Links haben wir als besonders hilfreich erlebt.)

 

Nachdem unser Sohn Max verstarb, sagten mir einige Ärzte: „Frau Gethöffer, schauen sie nicht weg, sondern unternehmen sie etwas, bei Ihrem Sohn ist nämlich ein Behandlungsfehler passiert. Mein erster Gedanke: Ich als Hausfrau mit drei Kindern soll gegen ein Millionen-Unternehmen, gegen Klinik gegen Ärzte kämpfen? Mein zweiter Gedanke: Ich bin es Max schuldig und damit begann mein Kampf.

 

Ich wusste, ich brauche die Patientenakte von Max. Wie wichtig sie war, wurde mir besonders deshalb bewusst, weil ich in der Klinik auf meine Frage, was mit Max passiert sei, folgende zwei Antworten erhielt:

  1. „Frau Gethöffer, über diesen Fall dürfen wir nicht mit Ihnen sprechen“.

  2. „Frau Gethöffer, die Patientenakte dürfen wir Ihnen nicht aushändigen“.

 

Das wollte ich nicht akzeptieren und bereitete mich auf einen erneuten Besuch bei der Klinik vor, indem ich im Internet nach Informationen über meine Rechte suchte. Dort erfuhr ich, dass ich sehr wohl ein Recht auf Herausgabe der Patientenakte meines Sohnes habe (https://dejure.org/gesetze/BGB/630g.html). Beim 2. Klinikbesuch wies ich auf dieses Recht hin und drohte, notfalls einen Rechtsanwalt einzuschalten; daraufhin händigte man mir die Patientenakte aus. Um sie zu verstehen, musste ich mir zunächst sämtliche Fachbegriffe ergoogeln und es wurde mir immer mehr klar, dass bei der Behandlung von Max vieles schiefgelaufen war. Gleichzeitig suchte ich nach einer Antwort auf: Was versteht man unter einem Behandlungsfehler? (http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/patientenrechte/behandlungsfehler.html).

 

Dann informierte ich mich darüber, was der Patient (also ich stellvertretend für Max) nachweisen muss, wenn er glaubt, Opfer eines Behandlungsfehlers zu sein: (https://www.das.de/de/rechtsportal/patientenrecht/arzthaftung/beweislast.aspx),

Ich erwarb mit Hilfe des Internets Kenntnisse über die Begriffe „Fahrlässige Körperverletzung“ und „Fahrlässige Tötung“ (http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/222.html.

 

Ich hörte von der Beweislastumkehr im neuen Patientenrechtegesetz (http://www.patienten-rechte-gesetz.de/bgb-sgbv/), erkannte jedoch sehr schnell, dass sie mir vermutlich nichts bringt. Sie wird nämlich erst dann rechtswirksam, wenn dem behandelnden Arzt ein „ grober Behandlungsfehler “ nachgewiesen werden kann. Ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass insbesondere diese juristischen Aspekte uns Laien in der Öffentlichkeit viel zu positiv verkauft werden.

 

Bei diesem Kampf wegen des Behandlungsfehlers haben mich auch die Besuche bei unserem Anwalt wegen unserer Akteneinsicht wütend gemacht,

  1. weil mein Mann und ich keine halbe Stunde, nachdem unser Sohn verstorben war, von der Kripo verhört wurden; zu diesem Zeitpunkt standen wir unter Schock. Meines Wissens wird hingegen bei jedem Verbrecher von einer Vernehmung abgesehen, solange er unter Schock steht.

  2. weil mir mittgeteilt wurde, dass die beteiligten Ärzte bisher noch nicht vorgeladen und befragt worden waren. Meine Wut hierüber wird nachvollziehbarer, wenn man erfährt, dass beteiligte Ärzte, dann nicht aussagen müssen, wenn sie sich selbst belasten würden. (http/www.gesetze-im-internet.de/stopp/53.html). - Das verstehe ich bis heute nicht.

 

Als ich mich später mit dem Thema „Schadenersatzpflicht“ auseinandersetzte, war ich entsetzt, als ich erfuhr: In Deutschland bekommt man für ein totes Kind kein Schmerzensgeld; schließlich könne ein totes Kind keine Schmerzen haben

(http/www.gesetze-im-internet.de/bgb/823.html)

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Eltern medizingeschädigter Kinder